Ausstellungen im Museum für Natur und Mensch Aktuelle Sonderausstellungen
Sonderausstellung [ 8. Nov. 2009 - 11:15]
Xplora
Physik auf dem Marktplatz – im Labor – im Hörsaal Die Praxis der Experimentalphysik in Europa zwischen 1700 und 1920 Die Sonderausstellung – eine Ergänzung zur Präsentation „Ex oriente lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft“ – thematisiert die Geschichte der Experimentalphysik in Europa vom 18. bis zum 20. Jahrhundert: mit funktionstüchtigen Nachbauten und historischen Instrumenten! Xplora zeigt technische und wissenschaftliche Leistungen, die uns heute vielleicht schon selbstverständlich erscheinen. Oftmals sind es gerade die kleinen Dinge des Alltags, die uns das Leben erleichtern, die aber nicht (nur) durch „große und berühmte Köpfe“ entwickelt wurden. Es sind meist Gruppen von Personen, die den Fortschritt erfolgreich durchgesetzt haben. Praxis, Fantasie und Experiment, das alles beinhaltet diese Schau. Sie zeigt Wissenschaft populär und als Erlebnis. Natürlich nehmen auch die einzelnen Bereiche der Physik wie Elektrizität, Messverfahren oder Laborinstrumente einen großen Raum in dieser Ausstellung ein. Geführte Rundgänge durch diese Ausstellung laden mit praktischen Vorführungen ein, die theoretischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten der Physik lebendig zu erfassen. Und das „Erfassen“ ist wörtlich zu verstehen: die Nachbauten der Originalgeräte können zum Teil selbst in Betrieb genommen werden; die Experimente sind somit besonders anschaulich und sinnlich erfahrbar. Probieren Sie es selbst! Die Sonderausstellung ist ein Projekt der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, des Lehrstuhls für Didaktik und Geschichte der Physik in Kooperation mit dem Landesmuseum Natur und Mensch. Die Entwicklung der Experimentalphysik zu einer wissenschaftlichen Disziplin, die Anerkennung als „ordentliche“ Wissenschaft oder die akademische Lehre von Experiment und Demonstration sind Schwerpunkte dieser Sonderausstellung! Forschungen und Entwicklungen von mehr als 200 Jahren nachzuzeichnen, bedeutet Akzente und Schwerpunkte zu setzen. Im Wesentlichen greift „Xplora“ daher folgende Themen auf: 1. Die Entwicklung der experimentellen Naturforschung im Bereich der Elektrizität. Zunächst ist sie beinahe banal nur Gegenstand der öffentlichen Unterhaltung, steigt jedoch schon bald zum Bestandteil der akademischen Lehre auf. Spannend und unterhaltsam zugleich sind dabei die Geschichten der „reisenden Elektrisierer“, die ihre Vorführungen an öffentlichen Orten zeigten. 2. Die hohen Ansprüche an ihre Genauigkeit erfüllten die Messverfahren und - instrumente bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts. Der Fortschritt in der Präzision machte die Experimentalphysik schnell zu einer wissenschaftlichen Disziplin. Die Entstehung von Laboratorien und spezialisiertem Handwerk ist die Folge. 3. Demonstrationen und Praxisbezug setzen sich schließlich ab dem 19. Jahrhundert auch in der Lehre der Physik an den universitäten durch: Studierende führen nun eigenständig experimentelle Arbeiten durch – eine Lehreinheit, die im Laufe der Zeit auch von den Höheren Schulen aufgegriffen wurde. Die Ausstellung zeigt die Fortentwicklung der Wissenschaft mit all seinen verschiedenen Faktoren: harte und geduldige Arbeit, die Umsetzung theoretischer Vorstellungen und mathematischer Modelle, dem Verfolgen widersprüchlicher Ideen und langweiliger Laborarbeit und – nicht selten – auch der Zufall. Für Schulklassen Führung und Praxis Für Schulklassen ab der 5. Jahrgangsstufe bieten wir eine Betreuung in der Ausstellung an; nutzen Sie in den außerschulischen Lernort „Museum“ – Sie erhalten eine altersgerechte Führung durch „Xplora“ und können unter Anleitung mit den Schülerinnen und Schülern in einem Praxisteil selbst aktiv sein. Kombiangebot „Ex oriente lux?“ Kombinieren Sie diese Ausstellung mit dem Besuch der Schau „Ex oriente lux?“ im Augusteum. Erleben Sie so die Geschichte der naturwissenschaftlichen Disziplinen von der Antike bis in die Neuzeit und steigen Sie dann vertiefend in die Experimentalphysik ein. Kombinierte Tickets besitzen eine Gültigkeit von zwei Tagen.